Schulkonzept im Detail
Unser Schulkonzept
Gemeinsam – Leben – Lernen. Die Freie Evangelische Schule Esslingen verbindet solide Bildung mit christlichen Werten und einem ganzheitlichen Blick auf jeden einzelnen Schüler.
Einleitende Gedanken
Die Freie Evangelische Schule Esslingen ist eine christliche Schule evangelischer Prägung. Die Aufnahme setzt keine bestimmte Konfessionszugehörigkeit voraus. Wir gehen aber von einer grundsätzlichen Zustimmung zu einer christlichen Erziehung seitens der Eltern aus; christliches Gedankengut sollte Ihrer Familie nicht fremd sein bzw. nicht auf Ablehnung stoßen.
Die Lehrkräfte unserer Schule sind praktizierende Christen. Dies hat Auswirkungen auf ihr Berufsverständnis, ihr Engagement und ihren Kontakt zu Schülern und Elternhaus. Ihre Arbeit ist davon geprägt, die ihnen anvertrauten Schüler als von Gott geliebte junge Menschen zu sehen. Die Lehrer treffen sich regelmäßig zu einer gemeinsamen Andacht, zum Austausch und zum Gebet.
Durch die Vermittlung christlicher Werte stärken wir junge Menschen, die in einer Zeit gravierender Werteverluste und Orientierungslosigkeit aufwachsen. Im Unterricht ergeben sich immer wieder Gelegenheiten, auch christliche Aspekte zu verschiedenen Themen vorzustellen. Die Teilnahme am evangelischen Religionsunterricht ist für alle Schüler verbindlich.
Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Freien Evangelischen Schule Esslingen ist begründet im biblisch-christlichen Menschenbild in Verantwortung gegenüber dem lebendigen Gott. Unsere Arbeit basiert auf der Überzeugung, dass jeder Mensch – unabhängig von seinen Stärken und Schwächen – von Gott gewollt, geliebt und wertvoll ist. Unserer Schulgemeinschaft ist die Aufgabe gestellt, die Botschaft der Bibel in die Praxis des Schulalltags zu übertragen.
Bildungsauftrag
In unserem Fächerkanon orientieren wir uns am Bildungsplan für Grundschulen und ab Klasse 5 am Bildungsplan für Realschulen in Baden-Württemberg. Wir möchten unseren Schülern durch Vermittlung solider Kenntnisse in allen Unterrichtsfächern hervorragende Startqualifikationen für die weitere Schul- und Berufslaufbahn vermitteln.
In der Sekundarstufe wird unseren Schülern eine in sich abgeschlossene, erweiterte allgemeine Bildung und ein vertieftes Grundwissen vermittelt. Im Unterricht werden unsere Schüler sowohl individuell gefördert als auch zum gemeinsamen Lernen angeleitet. Übergreifendes Prinzip ist dabei der Handlungs- und Lebensbezug unserer Schüler. Wir fördern die unterschiedlichen Begabungen unserer Schüler und stellen uns dabei auf Neigungen, Interessen, Kultur- und Sozialerfahrungen der Schüler ein.
Die Schüler werden an die im Bildungsplan für Realschulen in Baden-Württemberg festgelegten Bildungsstandards herangeführt. Wir unterrichten in der Orientierungsstufe in Klasse 5 und 6 grundsätzlich im M-Niveau. Ab Klasse 7 wird entschieden, ob ein Schüler im M-Niveau oder im G-Niveau weiter unterrichtet wird. Die Entscheidung fällt nach einem Beratungsgespräch mit Eltern und Schüler.
2.1 Unterrichtsfächer
Im Folgenden stellen wir exemplarisch die Hauptfächer sowie die Fächerverbünde und das Fach Evangelische Religion vor, das an unserer Schule ein Pflichtfach ist. Dieses hat als Nicht-Hauptfach an unserer Schule besondere Bedeutung. Die Beschreibung der Fächer ist dem Bildungsplan 2016 entnommen. Geringfügige Abweichungen sind in unserem Schulcurriculum erarbeitet worden.
Deutsch
Sprachliche Bildung ist Grundlage für die Weiterentwicklung in Schule und Beruf. Sprache als Mittel der Welterfassung und der Verständigung wird in handlungsorientierten Situationen geübt. Unsere Schüler lernen dabei von klein auf, sich klar und verständlich, der Situation angemessen und schlüssig zu äußern.
In der Sekundarstufe lernen die Schüler Schreibprozesse zunehmend selbst zu steuern; dabei ist die Rechtschreibung in die Textproduktion integriert, da Schreiben ein ganzheitlicher Vorgang ist. Im Deutschunterricht werden die grammatikalischen Grundlagen für den Fremdsprachenunterricht gelegt. Die Schwerpunkte im Fach Deutsch lassen sich in der Orientierungsstufe in die drei Kompetenzbereiche „Sprechen", „Schreiben" und „Lesen" zusammenfassen. Das Lernen wird durch den Einsatz elektronischer Medien unterstützt.
Englisch
Das Erlernen einer Fremdsprache vermittelt Offenheit und Toleranz für andere Kulturen. Von Anfang an wecken wir Freude an der englischen Sprache und fördern das natürliche Sprachgefühl. In der Grundschule werden Schüler spielerisch an die englische Sprache und Kultur herangeführt.
Ab Klasse 5 ist Englisch Kernfach. Zentrale Aufgabe des Englischunterrichts ist die Entwicklung kommunikativer Kompetenz. Der Englischunterricht wird Lehrwerk-orientiert unterrichtet. In der Realschule wird der Einsatz bilingualer Bausteine im Unterricht der Sachfächer konsequent verwirklicht.
Mathematik
In einer hoch technisierten Welt müssen die Schüler in Mathematik solide Grundkenntnisse vermittelt bekommen. Neben der Rechenfertigkeit und dem sicheren Erwerb der Grundrechenarten fördern wir die Fähigkeit zum logischen Denken.
In der Sekundarstufe vertiefen und erweitern die Schüler ihre Kenntnisse und lernen verschiedene Möglichkeiten der Anwendung kennen. Die Beschäftigung mit mathematischen Aufgaben fördert den Erwerb von Kompetenzen wie Durchhaltevermögen, Zuverlässigkeit und Ausdauer sowie Genauigkeit und Sorgfalt.
Evangelischer Religionsunterricht
Der evangelische Religionsunterricht begleitet Kinder und Jugendliche bei ihrer Suche nach Orientierung und Lebenssinn. Er stellt auf altersgemäße Weise den Zusammenhang von Leben und Glauben dar und ermöglicht es, die Bedeutung des Evangeliums von Jesus Christus sowohl für das eigene Leben als auch für die Gesellschaft zu entdecken.
Durch den christlichen Glauben wollen wir unseren Schülern Hilfe zur Deutung und Gestaltung des Lebens anbieten. Glaube soll als Einstellung, Haltung und Lebenspraxis in Unterricht und Schulalltag erlebbar sein. An der FES Esslingen wird ausschließlich evangelischer Religionsunterricht erteilt. Die Teilnahme am Religionsunterricht ist verpflichtend.
Medienbildung
Unsere Schüler lernen den Umgang mit modernen Informationsmedien. Die Medienbildung erfolgt in den unteren Klassen als ausgewiesene Stunde im Stundenplan, in den oberen Klassen wird in den einzelnen Fächern integrativ gearbeitet. Die Realschule ist iPad-Schule. Tablets setzen wir als Ergänzung zu unseren Lernmedien wie Bücher, Arbeitshefte und Arbeitsblätter ein und verfolgen damit das Ziel, Lerninteresse zu wecken und zielführend Inhalte zu bearbeiten.
Naturwissenschaftliches Arbeiten (BNT) – ab Klasse 5
Im Fächerverbund BNT lernen die Schüler Methoden des Forschens und wissenschaftlichen Arbeitens kennen. In den Bereichen Biologie, Chemie und Physik leiten wir die Schüler auf altersentsprechendem Niveau zum eigenen Fragen, Forschen und Experimentieren an. Ab Klasse 7 sind die Fächer Biologie, Chemie und Physik einzeln ausgewiesen.
WBS – Wirtschaft / Berufs- und Studienorientierung (ab Klasse 7)
Ab Klasse 7 unterrichten wir das Fach WBS. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in ökonomischen Situationen bewusst machen, dass ihre individuelle wirtschaftliche Entscheidung sowohl in einem Beziehungsgefüge zu anderen Akteuren als auch innerhalb eines Ordnungssystems erfolgt. Dazu gehört, dass sie Kosten und Nutzen abwägen und die langfristigen Folgen individueller ökonomischer Entscheidungen reflektieren können.
Wahlpflichtfächer – ab Klasse 7
Ab Klasse 7 bietet die FES Esslingen die Wahlpflichtfächer Technik, Französisch und AES (Alltag, Ernährung und Soziales) an. Je nach Neigung wählen die Schüler eines dieser Fächer als weiteres Kernfach.
Französisch
Bereits ab Klasse 6 unterrichten wir Französisch als zweite Fremdsprache (AG). In Klasse 7 muss dann Französisch, Technik oder AES gewählt werden. Schüler, die in Klasse 6 kein Französisch gewählt haben, können in Klasse 7 Französisch nicht mehr als Wahlpflichtfach wählen. Französisch zählt in Klasse 6 nicht zur Versetzung.
Wie im Englischunterricht steht der Erwerb kommunikativer Kompetenz in Wort und Schrift im Vordergrund. Stufenweise erweitern die Schüler ihren Sprachlernprozess mit dem Erlernen einer zweiten Fremdsprache.
Alltagskultur, Ernährung und Soziales (AES)
„Alltagskultur, Ernährung, Soziales" versteht sich als interdisziplinäres Fach, das gleichermaßen natur- und gesellschaftswissenschaftliche Inhalte berücksichtigt. Unterrichtsthemen stehen dabei unter der Überschrift: Handlungskompetenz für private Lebensführung. Das wird schwerpunktmäßig in die Lernbereiche „Ernährung, Gesundheit, Konsum und Lebensgestaltung" untergliedert.
Technik
Technik ist kein Jungenfach! In einem handlungs- und problemorientierten Technikunterricht sprechen wir Jungen und Mädchen in gleicher Weise an. Technik ist eng verbunden mit unseren Werten und Normen, mit Fragen der Gesundheit und Sicherheit und auch mit Fragen der persönlichen Lebensgestaltung. Im Technikunterricht erwerben die Schüler eine technische Grundbildung. In Theorie und Praxis wird ein weitgehend projektorientiertes und schülerzentriertes Vorgehen verwirklicht.
Weitere Unterrichtsfächer in der Sekundarstufe sind Geschichte, Geographie, Gemeinschaftskunde, Physik, Chemie, Biologie, sowie Musik, Bildende Kunst und Sport.
2.2 Projekte
In Klasse 6 ist im Fach BNT das themenorientierte Projekt „Technisches Arbeiten" integriert. In diesem Projekt werden unsere Schüler in die Grundzüge des projektorientierten Arbeitens eingeführt. Das Projekt dient auch als Entscheidungshilfe für das Wahlpflichtfach Technik in Klasse 7.
In der 8. Klasse nehmen unsere Schüler an der Jugendbegleiterausbildung teil: In drei Modulen, die jeweils zwei bis drei ganze Tage umfassen, lernen die Schüler, wie sie eine Kinder- und Jugendgruppe anleiten. Darüber hinaus werden sie über rechtliche Aspekte wie die Aufsichtspflicht und Informationspflicht gegenüber den Erziehungsberechtigten geschult. Am Ende des Projektes legen die Schüler eine kleine Prüfung ab und erhalten ein Testat über den erfolgreichen Abschluss als Jugendbegleiter.
In Klasse 9 legen wir einen Themenschwerpunkt auf die Berufsorientierung. Die Schüler bekommen Gelegenheit, in Berufsfeldern ihrer Wahl zu schnuppern und einige Zeit als Praktikanten zu arbeiten. Wir besprechen Formalien wie Lebensläufe und Bewerbungen schreiben und üben Vorstellungsgespräche. Dazu laden wir auch externe Experten ein.
Die Schüler lernen in einem einwöchigen BORS-Praktikum verschiedene Berufe ihrer Wahl kennen. Für die Berufsfindung und Entdecken der persönlichen Stärken und Neigungen unterstützt die FES die Schüler in einem zweitägigen „Kompetenzcheck". Die Agentur für Arbeit berät im Anschluss daran in Einzelgesprächen in der Schule über Möglichkeiten einer Ausbildung und hilft bei der Auswahl möglicher Ausbildungsstellen.
Am Ende der 9. Klasse werden Eltern und Schüler über Möglichkeiten und Aufnahmekriterien an den beruflichen Gymnasien informiert.
2.3 Unterrichtsgestaltung und individuelle Förderung
Wir gestalten den Unterricht nach Möglichkeit so, dass unsere Schüler lernen, sich gegenseitig zuzuarbeiten und zu unterstützen. In Formen des kooperativen Lernens erwarten wir von unseren Schülern, dass sie sich als Einzelperson in einer Gruppe einbringen, um gemeinsam zu Problemlösungen zu kommen.
Einen Schwerpunkt legen wir bei Unterrichtsplanung und -gestaltung auf die individuelle Förderung unserer Schüler. Die Vielfalt der Begabungen erfordert zunächst eine Lerndiagnose. Dazu beobachten wir das Lernen und Arbeitsverhalten jedes Einzelnen sehr genau. Diese Beobachtungen dienen als Grundlage zur Beschreibung der individuellen Lernentwicklung.
Unser Ziel ist es, unsere Schüler zu befähigen, ihr Lernen selbst zu steuern und zu reflektieren. In der Orientierungsstufe werden in der Regel Checklisten zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten ausgeteilt. Wir leiten unsere Schüler altersgerecht dazu an, mit Freude und Interesse zu lernen. Es ist uns wichtig, jeden entsprechend seiner individuellen Begabung und seinem Leistungsvermögen zu fördern und zu fordern.
2.4 Bewertungskriterien und Leistungsmessung
Wir orientieren uns bei der Leistungsfeststellung nicht vorwiegend an den Lerndefiziten, sondern an den Lernfortschritten im kognitiven, sozialen und persönlichen Bereich. Wir bemühen uns im täglichen Unterricht, den Schülern zu zeigen, dass sich Leistung lohnt. Dabei ist es uns wichtig, dass Schule auch ein Ort der Erfolgserlebnisse ist. Erfolge in einzelnen Bereichen wirken sich positiv auf andere Bereiche aus und stärken das Selbstwertgefühl eines Schülers.
Die Leistungsfeststellung an der FES Esslingen ist vergleichbar mit der an staatlichen Schulen. In Klasse 1 und 2 gibt es keine Noten. Zum Halbjahr, bei Bedarf auch zum Ende des Schuljahres, findet ein Elterngespräch statt. In Klasse 3 und 4 werden nur die Fächer Deutsch und Mathematik benotet. Zum Ende eines jeden Schuljahres erhalten die Kinder eine Verbalbeurteilung.
Auch in den Klassenstufen 5 bis 10 erhalten die Schüler neben den Ziffernnoten eine Verbalbeurteilung. Regelmäßig besprechen die unterrichtenden Kollegen das Lernen und Arbeiten unserer Schüler. Die Eltern informieren wir über Entwicklungen, die uns Sorgen bereiten.
2.5 Bildungsabschluss
Die FES Esslingen entlässt ihre Schüler nach Klasse 10 mit dem Realschulabschluss oder nach Klasse 9 mit einem Hauptschulabschluss. Bei Vorliegen der persönlichen Voraussetzungen ist nach erfolgreichem Abschluss der Realschulabschlussprüfung der Übergang an ein Berufliches Gymnasium möglich.
2.6 Betreuungsangebot
Als offene Ganztagesschule bietet die FES Esslingen für Kinder der Klassen 1–4 Betreuungsmöglichkeit bis 17 Uhr an (freitags bis 14 Uhr), auf Wunsch mit warmem Mittagessen. Für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 bieten wir eine kostenpflichtige Hausaufgabenbetreuung mit qualifiziertem Fachpersonal an.
Freie Evangelische Schule Esslingen wird bewusst nicht als gebundene Ganztagesschule geführt. Für Familien, die dies wünschen, soll es die Möglichkeit geben, dass die Schüler nach dem Unterricht nach Hause kommen.
Erziehungsziele im Schulalltag – Persönlichkeitsbildung
Im Gegensatz zur fachlichen Ausbildung wird die Persönlichkeit eines heranwachsenden Menschen durch außerschulische Kontakte und Erfahrungen weitaus stärker geprägt als durch die Schule. Dennoch kann und möchte die Freie Evangelische Schule Esslingen – in Zusammenarbeit mit dem Elternhaus – einen Beitrag zur positiven Entwicklung der Persönlichkeit ihrer Schüler leisten.
3.1 Zur Freude am Lernen motivieren
Die Schüler unserer Schule erfahren Leistung als etwas Positives und werden motiviert, mit ihren Fähigkeiten und Begabungen den Erfolg zu suchen. Unser Ziel ist, dass Schule als bereichernd und interessant erlebt wird – Lernen soll Freude machen! Junge Menschen lernen bei uns, neuen Fragestellungen nachzugehen und diese als spannende Herausforderung anzunehmen. Wir sind überzeugt, dass Freude am Lernen es Schülern ermöglicht, auch „Durststrecken" auszuhalten und Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit zu entwickeln.
3.2 Geborgenheit bieten
Die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen sollen unsere Schule als Lern- und Lebensraum erfahren, in dem sie sich wohlfühlen. Deshalb möchten wir alles tun, um im Schulalltag eine Atmosphäre der Geborgenheit zu schaffen. Unsere Schüler sollen darauf vertrauen können, dass sie als Person grundsätzlich angenommen und wertgeschätzt sind.
Nur in einem Klima des gegenseitigen Vertrauens kann jene Geborgenheit Platz greifen, die unabdingbar notwendig ist, damit unsere Schüler in ihrer Entwicklung geistig und seelisch reifen können und zugleich optimal gefördert werden. Die Schulorganisation sowie eine klare und verlässliche Zeitstruktur des Schultags dienen dazu, die Geborgenheit im „Lern- und Lebensraum FES Esslingen" zu fördern.
3.3 Rücksichtsvolles Miteinander einüben
In einem von gegenseitigem Vertrauen geprägten Schulklima ist ein freundlicher Umgangston zwischen Lehrkräften und Schülern, aber auch der Schüler untereinander unabdingbar. Dies gilt auch für einen respektvollen Umgang zwischen Jungen und Mädchen.
Alle Arten von physischer oder psychischer Gewalt haben an unserer Schule keinen Platz und werden unnachsichtig geahndet. Das gilt ausdrücklich auch für verbale Gewalt, in welcher Form auch immer sie auftritt. Ebenso gehört der pflegliche Umgang mit Einrichtungsgegenständen sowie Lehr- und Lernmaterialien zur selbstverständlichen Achtung fremden Eigentums.
Wir möchten unsere Schüler kontinuierlich dazu anleiten, die Interessen und Bedürfnisse ihrer Mitschüler wahrzunehmen und ihnen angemessen Raum zu geben, um sich mitzuteilen. Eine wöchentliche Klassenlehrerstunde (Realschule: Schülerzeit) bietet Raum, um Probleme oder Konflikte gezielt anzusprechen und möglichst aufzuarbeiten.
3.4 Verantwortliches Handeln in der Gesellschaft anbahnen
Insbesondere in der Sekundarstufe sollen unsere Schüler schrittweise zur Übernahme von Verantwortung in Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt befähigt und damit auf ihre spätere Teilhabe in vielen gesellschaftlichen Bereichen vorbereitet werden.
Mit Blick auf diese Zielsetzung kommt dem Projektunterricht unter Einbezug möglichst vieler außerschulischer Partner und außerschulischer Lernorte an unserer Schule besondere Bedeutung zu. Unsere Schüler absolvieren deshalb in der Sekundarstufe auch jeweils mindestens ein verpflichtendes Praktikum in einer sozialen oder kirchlichen Einrichtung sowie in der Arbeitswelt.
3.5 Zugang zum Glauben ermöglichen
Der evangelische Religionsunterricht ist das Fach, in dem unser Grundverständnis besonders deutlich hervortritt. Hier lernen Schüler grundlegende biblische Sachverhalte kennen. Darüber hinaus sollen sie angeleitet werden, die Aktualität der Heiligen Schrift zu verstehen und deren Bedeutung für das eigene Leben zu reflektieren.
Ein solides Wissen ist dabei ebenso wichtig wie das praktische Einüben gewonnener Erkenntnisse im Schulalltag. Deshalb fördern wir die aktive, altersangemessene Mitwirkung der Schüler bei unseren gottesdienstlichen Feiern und Andachten. In unserem „Raum der Stille" (Andachtsraum) wollen wir für die ganze Schulgemeinschaft eine Möglichkeit anbieten, zur Ruhe zu kommen und Anliegen vor Gott zu bringen.
3.6 Gemeinschaft erleben
Um den „Lern- und Lebensraum Freie Evangelische Schule Esslingen" zu gestalten, legen wir großen Wert auf ein vielfältiges Schulleben. Klassenfeste, Schulfeiern, Schullandheimaufenthalte und andere außerunterrichtliche Veranstaltungen bereichern den Schulalltag und lassen Gemeinschaft erleben.
Erziehung in der Familie
Erfolgreiche schulische Erziehungsarbeit hängt wesentlich vom erzieherischen Handeln im Elternhaus ab. Schulische Ausbildung gelingt dann am besten, wenn Elternhaus und Schule eng zusammenarbeiten und ähnliche Erziehungsziele verfolgen.
Eine völlige Übereinstimmung kann es natürlich nicht geben, aber letztlich sollten die Gemeinsamkeiten überwiegen. Im Folgenden haben wir einige Vorstellungen über die Erziehung von Kindern und Jugendlichen zusammengestellt.
4.1 Zuwendung zum Kind
Das Wichtigste, was man einem jungen Menschen geben kann, sind Liebe, Zuwendung und Interesse. Ein Kind braucht sowohl im Grundschulalter als auch in der Pubertät die Zeit der Eltern sowie Freiräume, um zur Ruhe zu kommen. Gerade für Teenager ist es wichtig, dass Eltern für ihre Fragen und Probleme Interesse zeigen und ein offenes Ohr für sie haben.
4.2 Konzentrationsfähigkeit
Konzentrationsfähigkeit ist eine grundlegende Voraussetzung für gelingendes Lernen. Eltern sollten die Konzentrationsfähigkeit ihrer Kinder nach Kräften fördern. Kinder und Jugendliche benötigen Zeit und Raum für sich selbst, für phantasievolles Spielen und für ausreichende Bewegung. Sie brauchen auch immer wieder Ermutigung, Angefangenes zu Ende zu führen.
4.3 Medienkompetenz
Einen verantwortungsvollen und von Eltern sorgsam begleiteten Umgang mit den elektronischen Medien halten wir für überaus wichtig. Die Zeit, die das Kind vor dem Computer oder anderen elektronischen Medien verbringt, sollte in einem ausgewogenen Verhältnis zu anderen Aktivitäten stehen. Gerade für ein Grundschulkind ist es wichtig, aktiv zu sein, um die Welt zu begreifen.
Kindern und Jugendlichen sollte kein unkontrollierter Zugang zu elektronischen Medien gewährt werden. Hier gilt es, Absprachen zu treffen und Grenzen zu setzen und die Heranwachsenden für Gefahren zu sensibilisieren, sie aber auch vor solchen zu schützen. Ziel ist es, dass junge Menschen es lernen, Medien in eigener Verantwortung sinnvoll zu nutzen.
4.4 Aufeinander Hören
Im Stimmengewirr unserer Tage geht das aufmerksame Hören mehr und mehr verloren. Vielen Kindern und Jugendlichen fällt es schwer, richtig zuzuhören. Pausenlos sind sie beschäftigt und von innerer Unruhe erfasst.
Nicht nur in der Schule ist es wichtig, dass ein Kind merkt, wann es angesprochen ist, damit es angemessen reagieren kann. Nur, wenn ein junger Mensch lernt, das Gehörte aufzunehmen, zu verstehen und handelnd umzusetzen, gelingt das soziale Miteinander.
4.5 Struktur und Ordnung
Zu erfolgreichem und zielführendem Lernen und Unterrichten gehören Struktur und Ordnung. Dies will erlernt sein. Dazu benötigen Kinder und Jugendliche die Hilfe ihrer Eltern. Sie können ihre Kinder unterstützen, indem Sie auf Ordnung im Heft, in der Schultasche und am Schreibtisch achten und dafür sorgen, dass die Hausaufgaben sorgfältig erledigt werden und mit Lernmaterial schonend umgegangen wird.
4.6 Umgang mit negativen Gefühlen
Wir halten es für wichtig, dass Kinder ihre Freizeit gemeinsam mit Eltern, Geschwistern und Freunden so gestalten, dass sie dabei Respekt und Rücksichtnahme geprägt sind. In der Familie lernen junge Menschen, wie sie mit negativen Gefühlen wie Frustration, Enttäuschung und Wut umgehen. Hier kann eingeübt werden, diese negativen Stimmungen ohne sprachliche und körperliche Gewalt zu verarbeiten. Dabei helfen klare Regeln, gemeinsame Maßstäbe und eindeutige Grenzen. Entscheidend sind gute Vorbilder, die einen reifen Umgang mit negativen Gefühlen vorleben.
4.7 Ja-Sagen zum Kind
Im Evangelium erfahren wir, dass Gott uns so annimmt, wie wir sind, und dass bei ihm nicht die Leistung im Vordergrund steht, schon gar nicht die Schulleistung. Das bedeutet konkret, dass auch wir unsere Kinder so annehmen sollen, wie sie sind. Gerade während der Pubertät, in der Jugendliche häufig mit Selbstzweifeln zu kämpfen haben, ist das bedingungslose Angenommensein und Geliebtwerden seitens der Eltern von elementarer Bedeutung für ihre Entwicklung.
Viele Eltern haben überhöhte Erwartungen in Bezug auf Begabung und Leistungsfähigkeit ihrer Kinder. Nicht wenige Schüler werden in Bildungsgänge gedrängt, denen sie nicht gewachsen sind. Doch ein junger Mensch sollte aus seiner Schulzeit mehr mitnehmen als gute Noten: Staunen können, Motivation und Interesse entwickeln und vieles andere.
4.8 Ausgleich zwischen Spannung und Entspannung
Dass ein ständig überspannter Bogen seine Spannkraft verliert, ist klar. Dass bei Kindern und Jugendlichen, die sich noch in der Entwicklung befinden, eine noch fatalere Wirkung eintritt, indem sich nämlich bei ihnen die Spannkraft erst gar nicht ausbildet, wird oft nicht bedacht. Viele junge Menschen leben bereits mit einem gut gefüllten Terminkalender und auch die Wochenenden sind oft mit Aktivitäten überfrachtet.
Dies hat zur Folge, dass die Schüler am Montag nicht ausgeruht und entspannt, sondern abgespannt und übermüdet vom „Wochenendstress" in die neue Schulwoche gehen. Es gilt also, den jungen Menschen in ihrer Freizeit die Möglichkeit zur Entspannung zu geben, damit sie ihre körperliche und geistig-seelische Spannkraft wiedergewinnen und gezielt einsetzen können.
4.9 Regeln und Rituale
Ein geregelter und geordneter Tagesablauf fördert die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, vermittelt ihnen Halt und Orientierung. Ob dies ein Tischgebet vor dem gemeinsamen Essen ist, ein Zubettgeh-Ritual für kleinere Kinder, bestimmte Familientraditionen oder auch feste Regeln und Konsequenzen beim Übertreten dieser Regeln – all dies vermittelt Sicherheit. Kindern und Jugendlichen, die es zu Hause gelernt haben, sich an Regeln zu halten, gelingt dies im Allgemeinen auch in der Schule.
4.10 Sinngebung und Werteerziehung
Aufgabe einer an christlichen Werten orientierten Erziehung ist es insbesondere, jungen Menschen Orientierungshilfen für das eigene Leben zu geben. Dazu gehören Antworten auf die Frage nach dem Woher, Wozu und Wohin des Lebens ebenso, wie alle unter den Punkten 3 und 4 angesprochenen Bereiche.
Wir als christliche Schule möchten unseren Schülern von der Bibel her die Antwort auf die Frage nach Sinn und Wert ihres eigenen Lebens vermitteln. „Nicht weil du so wertvoll bist, liebt dich Gott, sondern weil Gott dich liebt, bist du wertvoll." Wenn dieser Leitsatz auch in den Familien gelebt und vermittelt wird, werden heranwachsende Menschen mit Mut für's Leben ausgestattet und erhalten eine solide Grundlage für die Entwicklung einer gesunden Persönlichkeit.
Miteinander von Schule und Elternhaus
Ein gutes Miteinander von Elternhaus und Schule ist Grundbedingung unserer Arbeit. Die Freie Evangelische Schule Esslingen geht davon aus, dass die Eltern hinter der Arbeit der Schule stehen und die Lehrer unterstützen.
Bei der dreifachen Anforderung von Unterricht, Erziehung und Zuwendung zum einzelnen Kind ist die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus unverzichtbar. Diese Zusammenarbeit sollte folgende Merkmale aufweisen.
Ein offenes Gespräch kann vieles klären und hilft, wenn ernsthafte Probleme in der Schule auftreten sollten. Zu dieser Offenheit gehört mitunter auch konstruktive Kritik. Hierbei ist jedoch von ausschlaggebender Bedeutung, dass beide Seiten gemeinsame erzieherische Ziele haben.
Freie Evangelische Schule Esslingen – eine Schule in freier Trägerschaft
Schulträger der Freien Evangelischen Schule Esslingen ist ein Trägerverein, der im Jahre 2007 auf Grund eines Initiativkreises gegründet wurde. Der Schulbetrieb wurde im September 2008 mit einer ersten Grundschulklasse aufgenommen. Die Klassengröße beträgt in der Regel maximal 25 Schüler. Abweichungen davon sind im Einzelfall möglich; darüber entscheidet die Schule.
Im Gegensatz zu staatlichen Schulen, die dem Meinungspluralismus verpflichtet sind und in demokratischen Prozessen Ziele und Ausrichtungen einem Wandel unterziehen, setzen Schulen in freier Trägerschaft eigene Akzente bei Unterrichtsinhalten, Organisation und Zielrichtungen. Deshalb ist es wichtig, dass die Eltern das Profil der Schule unterstützen.
Finanzen
Als Schule in freier Trägerschaft finanziert sich die Freie Evangelische Schule Esslingen durch das Schulgeld, durch Spenden und durch staatliche Zuschüsse nach dem Privatschulgesetz.
Damit das Schulgeld auch für Familien mit mehreren Kindern tragbar bleibt, unterstützt ein Kreis von Freunden und Förderern die Arbeit der Schule. Alle Spenden und auch das Schul- und Betreuungsgeld (in einer bestimmten Höhe) sind steuerlich abzugsfähig.
Für Familien mit sehr geringem Einkommen (bis zur Pfändungsgrenze) sind Ermäßigungen oder ein Erlass des Schulgeldes nach Rücksprache mit dem Vorstand des Trägervereins möglich. Sie bedürfen der Schriftform.
Anmeldeverfahren
8.1 Informations- und Beratungsangebote
Zu guter Letzt stellt sich die Frage, ob Sie Ihr Kind an unserer Schule anmelden möchten – eine Entscheidung, die wir Ihnen selbstverständlich nicht abnehmen können.
Zunächst eine Vorbemerkung: Gemäß unserem Menschenbild und unserem Motto „GEMEINSAM – LEBEN – LERNEN" nehmen wir Kinder mit Behinderung in unsere Schulgemeinschaft gerne auf. Wir werden mit Eltern betroffener Kinder im Einzelfall besprechen, ob wir als Schule unserem Bildungs- und Erziehungsauftrag gerecht werden können.
Um Sie bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen, bieten wir Ihnen folgende Beratungs- und Informationsmöglichkeiten an:
Die Termine entnehmen Sie bitte unserer Homepage www.fes-esslingen.de. Dort finden sich zudem Berichte aus den Schularten, aktuelle Informationen und wichtige Termine.
8.2 Schulanmeldung
Haben Sie sich für Ihr Kind für die Freie Evangelische Schule Esslingen entschieden, dann füllen Sie bitte auf unserer Homepage (www.fes-esslingen.de) ein Voranmeldeformular aus.
Nach den Infoveranstaltungen finden im Frühjahr die Aufnahmegespräche für neue Erstklässler statt, an denen die Eltern und das einzuschulende Kind teilnehmen. Dabei wird jedes Kind von unseren Lehrkräften auf seine Schulfähigkeit überprüft.
Auch Schüler, die nach der Ersteinschulung oder in der Sekundarstufe zu uns kommen, laden wir zunächst zu einem Gespräch ein. Zusammen mit der Voranmeldung benötigen wir das letzte Zeugnis.
Nach der Entscheidung über die Aufnahme Ihres Kindes erhalten Sie von uns die Schulvertragsunterlagen zugeschickt. Gehen mehr Schulanmeldungen ein als Schülerplätze angeboten werden, entscheidet die Schulleitung, welche Kinder in die Schule aufgenommen werden.
Wir freuen uns auf Ihre Kinder!
Haben Sie Fragen zu unserer Schule oder möchten Sie einen Besuchstermin vereinbaren? Wir sind gerne für Sie da: